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Graphik: Bulletpoint Abstracts Heft 2/2018 (Deutsch)

Anja Eder/ Markus Hadler/ Markus Schweighart: Über das scheinbare Paradoxon der Zugehörigkeit zur gesellschaftlichen Mitte. Eine quantitative und qualitative Analyse der subjektiven sozialen Position der ÖsterreicherInnen 1993–2016

Umfragedaten zeigen für den Zeitraum 1993 bis 2016, dass sich die überwiegende Mehrheit der ÖsterreicherInnen der oberen gesellschaftlichen Hälfte zugehörig fühlt und diese Selbsteinschätzung häufiger geworden ist. Diesem Trend widersprechend sind im selben Zeitraum die Einkommens- und Vermögensungleichheit gestiegen sowie die Realeinkommen einiger Bevölkerungsgruppen und die Wahrscheinlichkeit gesunken, durch Bildung eine höhere soziale Position zu erlangen. Unter Bezugnahme auf klassische Schichtungstheorien und Konzepte der sozialen Vergleiche fragt der vorliegende Artikel deshalb danach, welche Faktoren die subjektive soziale Position der ÖsterreicherInnen beeinflussen. Die Analysen basieren auf repräsentativen Umfragedaten des Sozialen Survey Österreichs (SSÖ) und des International Social Survey Programmes (ISSP) sowie auf einer Probing-Studie. Unsere Befunde zeigen, dass klassische Schichtungsmerkmale zwar für die Einschätzungen der sozialen Position relevant sind, aber auch, dass vor allem sozioökonomisch benachteiligte Befragte das für sie günstigste Kriterium heranziehen und sich so eher höher einordnen. Dementgegen nivellieren sehr Vermögende ihre soziale Position nach unten, weshalb sich in Summe die Mehrheit der ÖsterreicherInnen der gesellschaftlichen Mitte zugehörig fühlt.

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