Facebook





Graphik: Bulletpoint Abstracts Heft 2/2018 (Deutsch)

Herbert Csef : Zur sozialen Konstruktion der Sexualität. Sadomasochismus und »Fifty Shades of Grey« als aktuelle Phänomene der Gesellschaft

Im Jahr 2012 erschien der dreibändige Roman »Fifty Shades of Grey«, der mit mehr als 150 Millionen verkauften Exemplaren schnell zum Weltbestseller wurde. Zentrale Fragen dieses Artikels sind, was die enorme Resonanz auf diese Roman-Trilogie bedeutet und ob der riesige Erfolg des Romans einen gesellschaftlichen sexuellen Wandel anzeigt. Die Sozialwissenschaften bieten mit den Konzepten des sozialen Konstruktionismus und der sexuellen Skripte plausible Erklärungsmodelle für solche gesellschaftlichen Veränderungen. Die in »Fifty Shades of Grey« dargestellte Sexualität enthält überwiegend sadomasochistische Inhalte. Sadomasochismus (SM) galt bis zur zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Perversion und war sehr tabuisiert. Pornographie, Filme, andere Medien und das Internet verbreiten zunehmend SM-Inhalte. Der große Erfolg des SM-Romans könnte ein Seismograph für diese kollektive Entwicklung sein.

Andere Abstracts in diesem Heft: