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Graphik: Bulletpoint Abstracts Heft 1/2017 (Deutsch)

Gabriele Melischek/ Josef Seethaler: Gender-Bias in österreichischen Wahlkämpfen? Einflussfaktoren auf die Sichtbarkeit von KandidatInnen in den Fernsehnachrichten

Unterrepräsentation von Frauen in Politik und Gesellschaft bedeutet ein ernstes demokratisches Defizit. Die Studie untersucht potenzielle Einflussfaktoren auf das Geschlechterverhältnis der KandidatInnen in den Hauptnachrichtensendungen des österreichischen öffentlich-rechtlichen Senders ORF während der Nationalratswahlkämpfe 2002 bis 2013. In Bezug auf die Häufigkeit der Auftritte und die Länge der Redezeit besteht eine deutliche Benachteiligung der weiblichen Kandidierenden. Die multivariate Analyse von Einflussfaktoren zeigt, dass diese Benachteiligung auch nach Kontrolle wichtiger journalistischer Selektionskriterien (wie politischer Prominenz, Status von QuereinsteigerInnen und Einfluss durch parlamentarische Erfahrung) und Kriterien der politischen Logik (Frauenanteil im Nationalrat, Listenplätze und Public Relations der Parteien) bestehen bleibt. Als Indikator für die PR der Parteien wurden erstmals Pressemitteilungen in eine Analyse der Ursachen eines Gender-Bias einbezogen. Die Ergebnisse zeigen, dass politische PR vor allem zugunsten von männlichen Kandidierenden wirkt.

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