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Graphik: Bulletpoint Abstracts Heft 3/2018 (Deutsch)

Ursula Trummer/ Sonja Novak-Zezula: Humanitäre und ökonomische Aspekte der Gesundheitsversorgung von irregulären MigrantInnen in der Europäischen Union – Ergebnisse einer europäischen Studie

In der 2015 beschlossenen Migrationsagenda der EU wird »irreguläre Migration«, d. h. die Einreise bzw. der Aufenthalt ohne gültigen rechtlichen Status, vorwiegend unter der Zielsetzung diskutiert, diese zu verhindern. Das in der Europäischen Menschenrechtscharta festgeschriebene Grundrecht auf Gesundheitsversorgung ist für irreguläre MigrantInnen in der EU in einen Graubereich gedrängt. Derzeit gewährt eine Mehrheit der EU-Mitgliedsstaaten lediglich Zugang zur Notfallversorgung. Nach einem Überblick zu humanitären und ökonomischen Aspekten der Gesundheitsversorgung von irregulären MigrantInnen in der EU präsentiert der Artikel Analyseergebnisse einer Studie in vier EU-Mitgliedsländern zu ökonomischen Kosten der Versorgung von irregulären MigrantInnen: Dabei erfolgt ein Vergleich der Primärversorgung (allgemeine und direkt zugäng­liche Versorgung im niedergelassenen Bereich in einem frühen Stadium von Krankheit) mit der Versorgung von Notfällen im Krankenhaus, die aus Behandlungsversäumnissen entstehen. Die Untersuchungsergebnisse belegen, dass Inklusion in die Primärversorgung Notfälle verhindern und Behandlungskosten sparen hilft. Die Wahrung des Menschenrechts auf Gesundheit durch frühen Zugang zu Versorgung scheint sich damit auch als ökonomisch sinnvoll zu erweisen.

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