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Aktuelles Heft: OFFENES HEFT - Editorial

Nr. 4/ 2016 ist ein »offenes Heft« ohne Schwerpunktthema.

Jürgen Figerl, Rudolf Moser und Dennis Tamesberger befassen sich in ihrem Beitrag mit dem »Magischen Vieleck« der Arbeitsmarktpolitik. Die Autoren diskutieren verschiedene Ziele einer aktiven Arbeitsmarktpolitik, die sie als human und ökonomisch vernünftig charakterisieren, indem sie in ihrem Zusammenspiel die Interessen von ArbeitnehmerInnen wie ArbeitgeberInnen ausgewogen berücksichtigen sollen. Dafür werden zentrale Instrumente der aktiven Arbeitsmarktpolitik in Österreich analysiert, und es wird argumentiert, dass deren Qualifizierungsmaßnahmen in der Lage sind, die meisten dieser Ziele zu erreichen.

Elterliche Legitimierungsmuster bei der Organisation und Verwirklichung der Karenzzeit sind Thema des Artikels von Eva-Maria Schmidt und Irene Rieder. Die Autorinnen untersuchen auf Basis einer qualitativen Längsschnittstudie mit elf Elternpaaren in Wien und Umgebung, wie Mütter und Väter vor und nach der Geburt ihres ersten Kindes die Organisation ihrer Karenzzeit legitimieren, unabhängig davon, ob und wie sie diese aufteilen. Dabei werden vier zentrale Legitimierungen herausgearbeitet, die in ihrer jeweiligen Verbindung in Form spezifischer (Legitimierungs-) Muster geschlechtsspezifische Differenzierungen und die Wirkmächtigkeit bestehender sozialer Normen aufzeigen.

Marina Einböck und Manuela Wade erörtern Überlegungen zur Erfassung von Kinderarmut. Sie befassen sich zunächst mit bestehenden Indikatoren für die Messung von Armut und Herausforderungen bei der Messung von Kinderarmut, bevor sie den Nachholbedarf von Forschung zu Kinderarmut in Österreich skizzieren und auf Basis einer eigenen qualitativen Studie in zwei österreichischen Gemeinden die Situation und die Sichtweisen von armutsbetroffenen Kindern sowie von Kindern, die nicht armutsgefährdet sind, analysieren. Daraus leiten die Autorinnen die Forderung ab, bestehende Indikatoren für die Messung von Kinderarmut zu überdenken und in künftiger Forschung verstärkt die Sichtweisen von Kindern als eigenständigen AkteurInnen zu berücksichtigen.

Silvia Dallinger untersucht auf Basis von problemzentrierten Interviews und von Gruppendiskussionen mit AnrainerInnen eines Türkendenkmals in Wien sowie mit anderen Personen, die sich mit Türkendenkmälern beschäftig(t)en, welche Bedeutung die zweite osmanische Belagerung Wiens im Jahr 1683 in der Wahrnehmung und im Geschichtsbild der Befragten – mit und ohne Migrationshintergrund – hat. Die Autorin resümiert, dass Türkendenkmäler eine Projektionsfläche für unterschiedliche Sichtweisen des »Türkengedächtnisses« bilden, was die soziale Konstruktion von Geschichtsbildern verdeutlicht.

Im Rahmen einer Forschungsnotiz beschäftigt sich Christiane Moser mit gescheiterten Selbstständigen in der Schuldenberatung. Sie fasst Ergebnisse einer vergleichenden Untersuchung dieser KlientInnengruppe in Österreich mit den Erhebungszeitpunkten 1998, 2003, 2008 und 2013 zusammen. Überschuldungsgründe, Persönlichkeitsmerkmale der Befragten sowie Unternehmensmerkmale werden analysiert und in der Conclusio des Beitrags auch Ansätze zu einer besseren Bewältigung von Überschuldung aufgezeigt.