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Aktuelles Heft: OFFENES HEFT - Editorial

Nr. 2/ 2017 ist ein »offenes Heft« ohne Schwerpunktthema.

Petra Bernhardt und Karin Liebhart beschäftigen sich mit der strategischen Nutzung der Social-Media-Plattform Instagram während des österreichischen Bundespräsidentschaftswahlkampfs 2016. Auf Grundlage von 1.057 Postings der Stichwahlkandidaten Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen werden die Posting-Aktivitäten im Rahmen einer Bildtypenanalyse untersucht und schließlich die politischen Bildstrategien der beiden Kandidaten vergleichend zusammengefasst. Der Beitrag regt abschließend für künftige Forschungsarbeiten an, Bildtypenanalysen auch auf anderen Social-Media-Kanälen zu untersuchen und Bildstrategien in transmedialer Perspektive zu erforschen.

Die wirkungsvolle Umsetzung von Menschenrechtsbildung ist Thema des Artikels von Monika Gigerl. Die Autorin untersucht auf Basis internationaler Forschungsergebnisse die Rahmenbedingungen und Wirksamkeitsfaktoren schulischer Menschenrechtsbildung: Die Umsetzung entsprechender Bildungsmaßnahmen und Inhalte wird in Bezug auf sechs Kategorien bzw. Themenbereiche analysiert. Abschließend zeigt Gigerl für die schulische Menschenrechtsbildung in Österreich auf, welche konkreten Herausforderungen bei deren Etablierung im Schulalltag auftreten bzw. auftreten können.

Alexander Hamedinger beschäftigt sich damit, wie in drei ausgewählten österreichischenStädten (Amstetten, Leoben und Villach) Modellvorstellungen der Smart City umgesetzt werden. Unter »Smart City« wird ein Modell verstanden, das basierend auf dem Einsatz von neuen Technologien, v. a. von Informations- und Kommunikationstechnologien, eine energieeffiziente, ressourcenschonende und die Lebensqualität fördernde Stadtentwicklung verspricht. Nach Begriffsklärungen und einer Darstellung des internationalen Forschungsstandes untersucht Hamedinger, gestützt auf Dokumente und Leitfadeninterviews mit ExpertInnen, welche AkteurInnen in den drei österreichischen Städten an der Etablierung der Smart City teilnehmen und inwiefern sich dadurch städtische Governance (verstanden als System der Kommunikation und Kooperation zwischen den unterschiedlichen AkteurInnen sowie als Komplex von im städtischen politisch-administrativen System umgesetzten Konzepten und Maßnahmen) verändert. Der Autor kommt zum Schluss, dass das Transformationspotenzial in Richtung einer Smart City bisher nur unzureichend genutzt wird.

Karin Sardadvar und Ursula Holtgrewe befassen sich im Kontext arbeits- und ¬industriesoziologischer Diskussionen damit, wie insbesondere gering qualifizierte Dienstleistungsarbeit flexibilisiert wird und welche Konsequenzen und Herausforderungen sich dabei für die betriebliche Arbeitsorganisation und für die Beschäftigten ergeben. Nach einem theoretischen Problemaufriss werden Ergebnisse zweier empirischer ¬Fallstudien zu Reinigungsfirmen in Österreich analysiert. Die Autorinnen zeigen dabei für die untersuchten Fälle auf, dass sich Büroreinigung in einem Modus des Gebens und Nehmens vollzieht: Dies bedeutet, dass ArbeitnehmerInnen ihre Bereitschaft, ihre Arbeitszeiten an die Bedürfnisse des Managements der Reinigungsfirmen und der KundInnen anzupassen, mit einem eingeforderten anderweitigen Entgegenkommen von Management und KundInnen in Bezug auf die Arbeitsorganisation verknüpfen. Flexibilisierung und Entgrenzung von Arbeit werden somit von den AkteurInnen in der Reinigungsbranche – im Rahmen gewisser Grenzen – ausgehandelt und gestaltet.

Mit Potenzialen und Herausforderungen in Bezug auf den Einsatz sozialwissenschaftlicher Methoden in der geschichtsdidaktischen Forschung befasst sich der Beitrag von Andrea Brait und Claus Oberhauser. Die AutorInnen rekonstruieren dafür zunächst die Entwicklung der Geschichtsdidaktik im deutschsprachigen Raum, bevor sie den Stellenwert empirischer Forschung in diesem Bereich thematisieren. Auf Grundlage einer Sekundäranalyse einschlägiger geschichtsdidaktischer Literatur beleuchten Brait und Oberhauser schließlich die Erfahrungen mit und die potenziellen künftigen ¬Einsatzmöglichkeiten von ExpertInneninterviews und Unterrichtsbeobachtungen als sozialwissenschaftliche Erhebungsinstrumente.