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Heftvorschau

Heft 1/ 2019 ist ein »offenes Heft« und wird im März oder April erscheinen.

Nr. 2/ 2019 ist ebenfalls ein »offenes Heft«. Redaktionsschluss ist am 15. März. Dieses Heft wird im Juni erscheinen.

Die Hefte 3 und/ oder 4/ 2019 sollen Schwerpunktthemen gewidmet sein.

Nähere Informationen folgen unter www.sws-rundschau.at und in Heft 1/ 2019.



Call for papers:

„Berufliche Aus- und Weiterbildung in einer sich wandelnden Arbeitswelt“

Das Schwerpunktheft 3/ 2019 der Sozialwissenschaftlichen Rundschau (SWS-Rundschau) beschäftigt sich mit beruflicher Aus- und Weiterbildung. Darunter verstehen wir Bildungsangebote, die auf eine direkte Verwertung auf dem Arbeitsmarkt abzielen, aber auch Angebote, die indirekt wirken, insofern sie Wissen, Bewusstsein und Reflexion der ArbeitnehmerInnen über ihre berufliche Situation (auch im Hinblick auf ihre Rolle in den Betrieben und anderen Organisationen) und über ihre gesellschaftliche Lage zu fördern. Das Spektrum beruflicher Aus- und Weiterbildung bezieht sich in diesem Sinn auf formelle, aber auch informelle (z. B. soziale, kommunikative, methodische), ebenso wesentliche Qualifikationen und Kompetenzen, die in unterschiedlichem Ausmaß auch die Persönlichkeitsentwicklung tangieren können. Dabei ist zu beachten, dass sich berufliche Aus- und Weiterbildung an sehr unterschiedliche Gruppen von ArbeitnehmerInnen wendet (u. a. hinsichtlich Qualifikationen, beruflicher Positionen und Laufbahnen) und auch die Talenteförderung umfasst (siehe dazu das Feld der Talenteforschung). Das Angebotsspektrum ist umfassend sowie vielfältig: Sozial und/ oder ökonomisch Benachteiligten ist es allerdings eventuell schwerer möglich, dieses zu nutzen.

Das Aufgreifen dieses Themas verdankt sich mehreren gesellschaftlichen Veränderungen, die die Bedeutung der beruflichen Aus- und Weiterbildung in den Blick rücken lassen. Dazu zählt einerseits der technologische Wandel durch fortschreitende Digitalisierung und Robotisierung von Arbeitsprozessen, der bisherige Berufsbilder und Qualifikationen verändert sowie zu neuen Berufen und Qualifikationsanforderungen führt. Andererseits werden ArbeitnehmerInnenrechte durch Prekarisierung und Flexibilisierung von Arbeitsverhältnissen aufgeweicht und wächst der Druck auf ArbeitnehmerInnen zu persönlichen Anpassungsleistungen (persönlicher Optimierung), um den Anforderungen der Arbeitswelt besser gerecht zu werden). Damit entfaltet sich ein mögliches Spannungsfeld zwischen Anpassung an sich wandelnde Arbeitsbedingungen und -erfordernisse und Empowerment von Beschäftigten als möglichem Ziel und Ergebnis beruflicher Aus- und Weiterbildung: Sie kann auch dazu beitragen, die eigene berufliche und gesellschaftliche Position zu reflektieren und zu verbessern, in einem ganzheitlicheren Sinn neue Handlungsmöglichkeiten und die eigene Persönlichkeit zu entwickeln.

Das Heft soll sich v. a. auf Österreich konzentrieren, es sind aber auch theoretische Beiträge sowie Artikel zu Entwicklungen in anderen Ländern im Vergleich mit Österreich möglich. Die Artikel können aktuelle Analysen (Zeitraum ca. die letzten fünf Jahre) umfassen, aber auch historische Entwicklungen untersuchen. Insbesondere sind wir an folgenden Fragestellungen interessiert, wobei allerdings auch andere Fragen behandelt werden können:

- Welche (neuen) Herausforderungen ergeben sich in der beruflichen Ausbildung (z. B. duale Ausbildung Lehre – Berufsschule, berufsbildende Schulen) bei Entwicklung und Umsetzung von Zielen, Konzepten/ Curricula, Maßnahmen für die davon betroffenen unterschiedlichen Zielgruppen?
- Welche (neuen) Herausforderungen ergeben sich in der beruflichen Weiterbildung in unterschiedlichen Betrieben und Organisationen bei Entwicklung und Umsetzung von Zielen, Konzepten/ Curricula, Maßnahmen für die davon betroffenen unterschiedlichen Zielgruppen?
- Welche Gestaltungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten bieten sich für die Beschäftigten in der beruflichen Aus- und Weiterbildung?
- Wie nehmen privatwirtschaftliche Unternehmen, gemeinnützige Organisationen und öffentliche Institutionen, von den Sozialpartnern getragene Einrichtungen (bfi, Wifi) und andere Organisationen ihre Rolle als Anbieter beruflicher Aus- und Weiterbildung wahr?
- Welchen gesellschaftlichen Diskurs gibt es in der beruflichen Aus- und Weiterbildung und welche Rolle spielen die Sozialpartner und weitere Akteure der beruflichen Aus- und Weiterbildung?
- Welche Wirkungen entfaltet berufliche Aus- und Weiterbildung auf das Berufsleben der ArbeitnehmerInnen? Inwiefern fördert sie eine Anpassung an sich wandelnde Arbeitsbedingungen und -erfordernisse? Inwiefern trägt sie zum Empowerment der Beschäftigten bei? Welche Wirkungen entfaltet berufliche Aus- und Weiterbildung auf die Position der Beschäftigten in Betrieben und anderen Organisationen sowie auf ihre gesellschaftliche Position?
- Inwiefern lassen sich innovative/ experimentelle, aber auch good-practice-Beispiele in der beruflichen Aus- und Weiterbildung identifizieren?

Als interdisziplinäre Redaktion sind wir bemüht, zunächst Vorschläge für Beiträge als Artikelkonzepten und später Artikel aus unterschiedlichen sozialwissenschaftlichen Perspektiven und Disziplinen zu erhalten, etwa aus der Bildungswissenschaft, Soziologie, Politikwissenschaft, Kommunikationswissenschaft. Es sind aber auch andere bzw. interdisziplinär orientierte Vorschläge z. B. aus der Berufsbildungsbildungsforschung oder der Organisationsentwicklung willkommen. Die Artikelkonzepte können sowohl eher theoretisch ausgerichtet sein als auch empirisches Datenmaterial interpretieren. Über Bestandsaufnahmen hinaus ist es auch möglich, Vorschläge für Reformen der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu erörtern.

Wir ersuchen interessierte AutorInnen, ihre Artikelkonzepte (Umfang max. 2 Seiten) bis 30. März 2019 an die Redaktion der Sozialwissenschaftlichen Rundschau (SWS-Rundschau) (swsrs@aon.at) zu senden. Die Konzepte sollen nach folgenden Punkten strukturiert sein und diese Punkte erläutern:

- die Relevanz des vorgeschlagenen Artikels in Bezug auf eine/ mehrere Fragestellungen des Hefts,
- die Ziele und Fragestellungen des Artikels,
- bei empirischen Untersuchungen Methodik, Datengrundlage und Untersuchungszeitraum, bei theoretischen Beiträgen die Literaturgrundlage,
- die voraussichtliche Gliederung des Artikels.

Die Konzepte werden in der Redaktion begutachtet: Wenn Ihr Konzept Zielsetzungen und Themenspektrum des Schwerpunkthefts entspricht und in Bezug auf die Punkte des Artikelkonzepts positiv begutachtet wird, werden Sie zu einem Artikel eingeladen, der wieder redaktionell begutachtet wird Der Beitrag soll 40.000 bis 60.000 Zeichen (inkl. Literatur, Fußnoten und Leerzeichen) umfassen, allgemeinverständlich und nach unseren Zitierregeln (verfügbar unter: www.sws-rundschau.at) gestaltet sein.

Redaktionsschluss für die Artikel ist der 15. Juni 2019. Heft 3 erscheint im September 2019.